Wie findet man einen seriösen Stromanbieter?

In Zeiten stetig steigender Strompreise liebäugeln viele Menschen mit einem Anbieterwechsel.

Oftmals überwiegen jedoch die Bedenken. Kann eine lückenlose Versorgung sichergestellt werden? Wird die Korrespondenz mit dem neuen Anbieter genauso unproblematisch verlaufen wie aktuell bei meinem Grundversorger? Gibt es evtl. Fallstricke, die ich bei einem Wechsel vielleicht übersehen könnte?

Wie gut, dass es mittlerweile einige Vergleichsportale gibt, die nicht nur einen objektiven Vergleich einzelner Tarife anbieten, sondern auch die jeweiligen Anbieter auf Herz und Nieren überprüfen und dir sogar den kompletten Wechsel abnehmen.

Marktführer in diesem Bereich sind die Portale Verivox und Check24, auf die wir hier ebenso noch detaillierter eingehen werden.

Einen seriösen Stromanbieter erkennen

Eine gute Indikation, ob der jeweilige Stromanbieter seriös ist, können dir Bewertungen im Netz geben, z.B. bei Google oder eben den angesprochenen Vergleichsportalen.

Sind die Erfahrungswerte überwiegend positiv, musst du dir schon mal weniger Sorgen machen. Noch besser, wenn sich hinter dem Stromanbieter einer der großen Konzerne wie RWE, Eon, EnBW oder Vsttenfall verbirgt. Auch Stadtwerke können generell als seriös eingestuft werden.

Du wirst beim Vergleich der jeweiligen Tarife sehen, dass diese Kriterien bei der Auswahl der zukünftigen Anbieter praktisch ausreichen, da diese mittlerweile ebenso günstige Tarife anbieten, auf unbekannte Namen muss beim Stromanbieter in der Regel niemand mehr setzen.

Was aber, wenn die günstigsten 3-5 Tarife allesamt zu eher unbekannten Anbietern gehören und noch wenige Erfahrungswerte vorliegen? Sollte man dann besser die teureren Tarife der bekannten Versorger nutzen? Nicht unbedingt, es gibt weitere Kriterien, die man anwenden kann.

Vorsicht bei Vorkasse, Prämien und Neukundenboni

Bei Tarifen mit Vorkasse solltest du auf jeden Fall vorsichtig sein. Geht der Anbieter während der Vertragslaufzeit Pleite, ist dein Geld weg.

Dagegen sind Prämien und Neukundenboni durchaus üblich und nicht mit Skepsis zu bewerten. Du solltest dich jedoch nicht durch derartige Rabatte blenden lassen. Dein avisierter Tarif sollte auch nach Auslaufen der Prämien und Boni noch zu den günstigeren am Markt gehören. Andernfalls müsstest du dich womöglich nach nur einem Jahr wieder auf die Suche nach einem neuen Anbieter machen.

Das beste Mittel bleibt vergleichen

Eines ist sicher, ohne die aktuellen Vergleichsportale im Netz wird es für dich praktisch unmöglich, den für dich richtigen Tarif und Anbieter zu finden.

Es empfiehlt sich zudem, nicht nur ein Vergleichsportal zu nutzen, sondern mindestens 2 verschiedene. Möglich wären z.B. Verivox und Check24.

Es ist nicht unüblich, dass einzelne Tarife nicht auf allen Portalen verfügbar sind, da die Vergleichsportale selten komplett unabhängig agieren. Stichprobenartig macht es zudem Sinn, auch auf der Homepage der großen Energieversorger nach passenden Tarifen zu suchen, evtl. unterscheiden sich diese sogar von den Tarifen der Portale.

Vergleichsportale richtig nutzen

Die Eingaben, die bei den jeweiligen Portalen gemacht werden müssen, sind sehr überschaubar. Wichtig ist die Eingabe der Lieferadresse, da nicht jeder Anbieter in jedem PLZ-Gebiet liefern kann. Des Weiteren spielt der geschätzte Stromverbrauch eine große Rolle, da die Preise oft verbrauchsabhängig sind.

Man muss sich übrigens hierbei keine Sorgen bzgl. einer Nachzahlung machen, wenn im Endeffekt im ersten Jahr doch weniger verbraucht wurde. Es passt sich dann lediglich im neuen Jahr der Tarif an. Weiterhin lassen sich noch diverse weitere Einstellungen vornehmen.

Eine der wichtigsten ist die Frage nach einem Bonus. Der Tarifvergleich kann zumeist entweder mit oder ohne Bonus erfolgen. Es empfiehlt sich, beides durchzuführen, um ein Gefühl zu erhalten, ob mein bevorzugter Anbieter lediglich aufgrund des Bonus oder ob auch der zu Grunde liegende Tarif so günstig ist. Dennoch gilt, einen Bonus mitzunehmen ist nie verkehrt, der Tarif selbst sollte jedoch auch zu dir passen.

Möglichst kurze Fristen nutzen

Neben einem günstigen Preis spielt die Vertragslaufzeit eine entscheidende Rolle. Zumeist gibt es 2 grundsätzliche Varianten, eine Mindestvertragslaufzeit von 2 Jahren oder monatlich kündbar. Letzteres ermöglicht dir deutlich mehr Flexibilität und ist daher zu bevorzugen, bei einem günstigen Tarif kann aber auch eine längere Laufzeit gewählt werden.

Oftmals finden sich auch Strompreisgarantien. Laufen diese unter Umständen genauso lang wie die Vertragslaufzeit, können auch diese Verträge bedenkenlos gewählt werden.

Erfahrungen sammeln

Nun ist es an dir, die hier vorgestellten Empfehlungen in die Praxis umzusetzen. Nichts geht über Erfahrungen. Das Risiko bei einem Anbieterwechsel ist sehr gering, jeder kann (und sollte) sich bedenkenlos auf die Suche machen und einen günstigeren Stromanbieter auswählen. Nur hierdurch kann die für eine funktionierenden Markt so wichtige Konkurrenz sichergestellt werden.

Daher schau nach, wie lange dein jetziger Vertrag noch läuft. Sollten dies weniger als 6 Monate sein, kannst du dich bereits jetzt auf die Suche machen. Wähle sorgfältig aus und nutze die Vergleichsportale für den kompletten Wechsel.

Danach musst du nur noch abwarten, bis dich dein neuer Anbieter anschreibt und in den Stromliefervertrag eintritt. Nur nicht vergessen, den alten Anbieter zu kündigen, entweder selbst oder über den neuen Anbieter, der auch das gerne übernimmt.