Sind Vergleichsportale seriös und wie erkennt man sie?

Wie seriös sind Vergleichsportale und wie findet man schwarze Schafe? Dieser Frage wollen wir hier nachgehen, denn in Deutschland gibt es, um mal nur bei einem Beispiel zu bleiben, mehr als 1.100 Stromanbieter.

Eine Anzahl, bei der du als Verbraucher schnell einmal den Überblick verlieren kannst. Zudem hat sich der Wettbewerb in den letzten Jahren verschärft und das gilt für alle Bereich, also Strom, Gas, DSL und Mobilfunktarife und was man sonst noch vergleichen und wechseln kann.

Statt den üblichen Verdächtigen, die den Markt dominierten, kommen zahlreiche kleinere und regionale Anbieter dazu. Das ist für den Verbraucher eigentlich eine gute Sache. Steigt die Konkurrenz und somit der Wettbewerb, werden die Angebote immer attraktiver.

Sich regelmäßig einen Überblick über die ganzen Tarife zu verschaffen und die eigenen Tarife zu vergleichen, ist also sicher nicht falsch.

Die Anbieter lieben es mit Zusätzen und Prämien zu werben beispielsweise eine Vergünstigung in den ersten Monaten, eine Preisgarantie im ersten Jahr, ein Neukundenbonus oder eine Prämie für das Anwerben von Nachbarn und Freunden.

Durch die vielen verschiedenen Boni und Prämien wird der Markt natürlich nicht übersichtlicher und da kommen die Vergleichsportale ins Spiel.

Empfehlenswerte Vergleichsportale

Die großen und bekannten Vergleichsportale, die du übrigens auch in dieser Vergleichsportale Liste finden kannst sind immer eine sichere Anlaufstelle und für mich auch die erste Wahl, wenn ich mit dem Vergleichen beginne.

Das hier sind meine favorisierten Anlaufstellen:

Auf den drei genannten Portalen kannst du so ziemlich alles vergleichen. Schau dir auch ruhig alle drei an, denn es gibt, von Portal zu Portal, oft unterschiedliche Tarife und Angebote.

Tarife richtig vergleichen

Das Vergleichen mehrerer Tarife ist zwar keine Mammut-Aufgabe aber es gibt doch ein paar Kleinigkeiten, die du beachten solltest. Du kannst das Kleingedruckten jedes Anbieters lesen, die Website des Anbieters besuchen und Google durchsuchen, was zu dem Unternehmen gesagt und geschrieben wird und vergleichst dann von Hand.

Klingt ziemlich aufwändig oder? Zum Glück gibt es andere Möglichkeiten Preisvergleiche durchzuführen.

Vergleichsportale nehmen dem Endkunden, also dir, die Arbeit der Recherche und des Vergleichens ab und listen nach der Eingabe persönlicher Daten passende Tarife auf.

Aber auch hier gilt: nicht alle diese Portale arbeiten wirklich zum Vorteil des Wechselwilligen. Manche wollen einfach nur Umsatz erzielen und weniger dem Verbraucher bei der Kostenersparnis helfen. Deswegen solltest du dich an die großen und seriösen Vergleichsportale halten.

Das zeichnet seriöse Vergleichsportale aus

Im Folgenden haben ich einige Kriterien zusammengestellt, die für mich ein seriöses Vergleichsportal ausmachen. Anhand dieser Punkte kannst du ein Portal analysieren und der Einfachheit bleiben wir wieder bei dem Beispiel Strom.

Durch die Eingabe von persönlichen Daten zum Haushalt (Haushaltsgröße, geschätzter jährlicher Stromverbrauch, Postleitzahl) ermöglicht es das Vergleichsportal die passenden und zur Verfügung stehenden Tarife anzuzeigen.

Die Tarife, die einem empfohlen werden, sollten alle Zusätze bzw. Abschläge separat auflisten. Das heißt der Preis bzw. die monatliche Ersparnis, die man bei einzelnen Anbietern hat, sollte ohne Probleme vergleichbar sein.

Ist das nicht der Fall, kann es nämlich schnell zu Fehlinterpretationen kommen. Im Speziellen sollte jeder Tarif folgende Zusatzinformationen enthalten:

  • Vertragslaufzeit
  • Länge der Kündigungsfrist
  • Preis pro kWh
  • Preis pro Monat
  • Preisgarantie falls vorhanden
  • Neukundenbonus falls vorhanden
  • Ersparnis im Vergleich zu anderen Anbietern
  • Art der Zahlung

Die Kündigung vom alten Stromanbieter sollte praktisch und schnell über das Portal erfolgen. Dafür müssen nur wenige Daten wie der Stand des Stromzählers, die Zählernummer und die Kundennummer mitgeteilt werden.

Kundenbewertungen zu den angeführten Tarifen helfen dir dabei einen besseren Eindruck vom Anbieter zu bekommen. Dabei ist nicht nur die Gesamtbewertung ausschlaggebend, auch das Lesen einiger persönlicher Erfahrungen lohnt sich.

Damit die Rezensionen und die Sternebewertungen repräsentativ sind, sollte es mindestens zehn Bewertungen geben. Je mehr, desto besser.

Dem Kunden sollte auch die Möglichkeit angezeigt werden, nur Tarife mit Ökostrom auszuwählen.

Ein Blick ins Impressum

Zusätzlich kann ein Blick ins Impressum und in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen helfen, einen Eindruck vom Plattformanbieter zu gewinnen. Es sollten ausreichend Angaben zu finden sein, damit sich das Unternehmen ganz einfach lokalisieren lässt.

Im Zweifelsfall kann das Portal über E-Mail oder Telefon kontaktiert werden.

Viele Stromvergleichsportale werben mit Zertifikaten und Siegeln. Da ist z.B. zu lesen, dass es von einem renommierten Magazin die Note 1,5 erhalten hat oder dass es alle Anforderungen eines modernen Vergleichsportales erfüllt.

Bei diesen Angaben solltest du vorsichtig sein, denn es gibt auch Seiten die sich mit ausgedachten und selbst erstellten Bannern zieren. Achte auf bekannte Namen wie der Technische Überwachungsverein (TÜV) oder Stiftung Warentest dahinter, spricht das für sich.

Bei allen anderen Angaben hilft eine kurze Suche über Google.

Danach solltest du Gewissheit darüber haben, ob es sich nur um „kosmetische“ Siegel handelt, die den Verbraucher täuschen sollen, oder ob wirklich eine qualitative Bewertung Grund für die Vergabe war.

Viele kleine Portale nutzen einfach nur die Vergleichsrechner der bekannten großen Vergleichsportale, das ist mein letzter Punkt. Auch das ist ein wichtiges Kriterium auf das du achten kannst, denn die Rechner sind eigentlich immer kenntlich gemacht und man kann erkennen, zu welchem Portal sie gehören.

Lohnen sich seriöse Plattformen?

Oft kommt die Frage auf, ob sich all dieser Recherche-Aufwand überhaupt lohnt. Kann man auch bei einem kleineren Haushalt Kosten sparen oder lohnt sich der Aufwand nur bei den Ausgaben eines größeren Haushaltes z.B. einer vierköpfigen Familie?

Die Antwort ist eindeutig: auf jeden Fall lohnt sich ein Vergleich. Sieht man sich die Kosten einzelner Haushaltsgrößen an, versteht man gleich wieso.

Eine vierköpfige Familie verbraucht im Schnitt bis zu 5.000 kWh pro Jahr. Ein alleinstehendes Pärchen verzeichnet dagegen einen Verbrauch von bis zu 3.500 kWh pro Jahr.

Beim Strom, um dabei zu bleiben, sind vor allem die Grundkosten, häufig Zählergebühr genannt, der teuerste Kostenpunkt. Diese enthalten Leitungen wie die Bereitstellung des Stroms oder die Abrechnung und müssen auch bezahlt werden, wenn kein Strom konsumiert wird.

Was dann tatsächlich an kWh pro Jahr verbraucht wird, führt der Arbeitspreis an. Für zwei Personen ist also der passende Tarif einer, der relativ niedrige Grundkosten und dafür einen etwas höheren Arbeitspreis enthält.

Wie kann man so einen Tarif finden? Ma klar, indem man verleicht. Somit sollte die Frage nach der Ersparnis also eindeutig beantwortet sein. Das Vergleichen lohnt sich auf jeden Fall auch für kleine Haushalte mit einer oder zwei Personen.

Aber bitte nur auf seriösen Vergleichsportalen und das gilt für Strom aber z.B. auch für alle anderen Tarife, die du vergleichen möchtest.

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