Gasanbieterwechsel: Was gibt es dabei zu beachten?

Viele der deutschen Haushalte klagen über zu hohe Strom- und Gaskosten. Sie sind mitunter die größten Säulen für die entstehenden Hauskosten. Was genau können Betroffene dagegen tun? Definitiv lohnen würde sich ein Tapetenwechsel.

Bei einem Wechsel des Anbieters von Gas kannst du gerne mal mehrere hundert Euro sparen (das ist kein Witz). Außerdem ist die Auswahl relativ groß. Doch worauf genau sollten Betroffene achten? Besteht die Gefahr ohne Gas da zu stehen? All diese Fragen und mehr kannst du detailliert im folgenden Artikel nachlesen.

Erst in Ruhe vergleichen

Ein relativ großer Fehler beim Wechseln von Anbietern ist es, nebenbei und überstürzt zu wechseln. Beim Vergleich solltest du dir generell viel Zeit nehmen. Schließlich soll nicht an der falschen Stelle gespart werden. Doch worauf genau kommt es bei einem Vergleich an und wie wird der ideale Verbrauch ermittelt?

Kurz und knapp sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Jahresverbrauch in kWh
  • Postleitzahl
  • Ruf des Anbieters
  • Differenz Grundversorger / Gasanbieter
  • Kündigungsrecht
  • Bonuszahlungen
  • Pakettarife
  • Vorauszahlungen
  • Ökogas

Zunächst einmal macht es Sinn seinen jährlichen Jahresverbrauch an Gas zu ermitteln. Der Wert wird in kWh angegeben. Am einfachsten ist es die letzte Rechnung heranzunehmen. Dieser kann dann bei Vergleichsseiten für Gas genutzt werden.

Jedoch haben Ort und Größe der Wohnfläche Einfluss auf die tatsächlichen Kosten. Deswegen macht es Sinn auch die Größe der eigenen 4 Wände mit in die Berechnung fließen zu lassen. Die Postleitzahl hilft Rechnern genauere Kosten zu berechnen.

Leider schaut ein Großteil überwiegend nur auf den Preis, was an sich nicht verkehrt ist. Doch wie genau geht der potentiell neue Anbieter mit seinen Kunden um? Gibt es vermehrt negative Schlagzeilen anderer Bestandskunden? Wenn ja, solltest du lieber einen anderen Gasanbieter suchen. Kommunikation ist für Neulinge das A und O. Anbieter sollten entsprechend auftreten.

Ebenfalls wichtig die Kündigungsfrist. Idealerweise suchst du dir einen Anbieter, der über eine kurze Vertragslaufeit verfügt. Das erleichtert nebenbei auch noch den Wechsel für zukünftig neue Gasanbieter und du kannst besser auf steigende Preise reagieren.

Übrigens können Gasbezieher von einem Sonderkündigungsrecht profitieren. Dieses Recht ist gesetzlich geregelt und tritt dann in Kraft, wenn sich die Preise erhöhen. Dort gilt anschließend eine Kündigungszeit bis maximal 6 Wochen sowie eine Vertragslaufzeit von maximal einem Jahr.

Bonuszahlungen sind ein attraktiver Weg um neue Kunden zu gewinnen. Auch du kannst davon profitieren. Genauer gesagt ist immer wieder die Rede von einem Neukundenbonus sowie einem Sofortbonus. Sofortboni werden in der Regel sofort zu Beginn der Laufzeit ausgehändigt. Allerdings bezieht sich dieser Vorteil nur auf das erste Jahr. Im zweiten Jahr wird es wieder deutlich teurer.

Finger weg von Vorauszahlungen und Pakettarifen

Eine klassische Falle sind Angebote mit Vorauszahlungen. Darum sollte jeder und zwar wirklich jeder einen großen Bogen machen. Sie werfen Haushalte in private Schieflage. Glücklicherweise lassen sich derartige Anbieter leicht vermeiden. Kein seriöser Gasanbieter will Kosten für mehrere Monate im Voraus. Glücklicherweise werden diese im Gasvergleich schon gar nicht mehr berücksichtigt.

Wie sieht es eigentlich mit Pakettarifen oder gar Ökogas aus? Bei schwankendem Verbrauch wird klar von Pakettarifen abgeraten. Bei Gas können die Unterschiede teilweise recht hoch sein. Ökogas lohnt sich für Personen, welche an die Umwelt denken. Das Prinzip ist das gleiche wie bei Erdgas.

Droht ein Gas-Ausfall?

Ein Großteil weigert sich einen Wechsel durchzuführen. Das liegt natürlich nicht an der potentiellen Ersparnis, sondern der Angst vor einem Gasausfall. Diese Angst ist völlig unbegründet.

Der Energiebezug in Deutschland wurde gesetzlich geregelt. Im Zweifel wird der Haushalt mit Gas vom Grundversorger gespeist. Bei einem Wechsel ändert sich gar nichts, lediglich der Preis. Qualitätsunterschiede gibt es ebenfalls nicht. Der Wechsel ist komplett kostenlos. Bei diesem Punkt muss sich also keiner Sorgen machen.

Wie schnell geht ein Anbieterwechsel?

Ein Wechsel sollte nach Möglichkeit so schnell wie möglich über die Bühne gehen. Doch wie sieht es bei einem Gasanbieterwechsel aus? Generell darf der Wechsel nicht länger als 3 Wochen dauern. Damit ist allerdings das reine Wechselverfahren gemeint. Der komplette Wechsel hängt außerdem von weiteren Faktoren ab, wie z.B. der Restlaufzeit bzw. Kündigungsfrist beim alten Anbieter.

Wie läuft der Gas-Anbieterwechsel ab?

Schon eher interessant wird es beim Ablauf eines Anbieterwechsels. Wer zum ersten Mal seinen Anbieter für Gas wechselt, kennt den genauen Verlauf noch nicht. Mittlerweile gibt es übrigens ganze Wechseldienstleister, welche dir bei deinem Problem helfen. Wer allerdings selber wechselt, kann sich an folgendem roten Faden halten:

  1. Bereitlegen von Daten
  2. Festlegen von Vertragsbedingungen
  3. Auswahl eines Tarifs
  4. Vertrag abschließen
  5. Altvertrag kündigen
  6. Widerrufsrecht beachten
  7. Zählerstände übermitteln
  8. Daten löschen lassen

Dabei handelt es sich um die klassischen Schritte, die jeder bei einem möglichen Wechsel abarbeiten sollte. Meistens kann es bei Kündigungsfrist und Restlaufzeit zu Unterschieden kommen. Missverständnisse vermeidest du, indem die genauen Zählerstände sowohl dem alten als auch neuen Anbieter mitgeteilt werden. Wer außerdem viel und gerne wechselt, sollte seine Daten löschen lassen. Gerade Vielwechsler können so ihre personenbezogenen Daten besser schützen.

Besonderheiten beim Gasanbieterwechsel

Wie bei jedem anderen Wechsel auch gibt es bei Gasanbietern gewisse Besonderheiten zu beobachten. Zum einen hilft die Energieberatung der Verbraucherzentralen mit einem kostenlosen Gespräch. Sie unterstützen einem dabei den durchschnittlichen Heizenergiebedarf herauszufinden.

Ebenfalls möglich ist die Berechnung des Gasverbrauchs pro Jahr, Schätzung des jährlichen Verbrauchs, Umrechnung von Kubikmeter in Kilowattstunden sowie das Herausfinden der Leistung vom Heizkessel.

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